Remastered Games, Spiele im Geschichtsunterricht & virtuelle Sklaverei

Über Spiele als Bildungmedium und Zeitkapsel.

Die vierte Ausgabe der Fundberichte ist hier und möchte euch wieder einmal drei besonders lesenswerte Artikel ans Herz legen. Wer gestern aus Angst vor Aprilscherzen lieber keine Artikel im Internet gelesen hat, kann übrigens beruhigt aufatmen: Der hier am 1. April erschienene Text “Vom Archäologie-Studium zu ‘Ich mache was mit Videospielen’” ist kein Scherz und kann daher von euch ganz gefahrlos verschlungen werden.

Nun aber zu den heutigen Fundberichten!

Remastered Games vs. Remastered Antiquity

Andrew Reinhard, amerikanischer Archäologe, Archaeogamer und Betreiber des Blogs Archaeogaming.com, spielt in seiner Freizeit gerade wieder einmal Bioshock 2. Allerdings unternimmt er seinen Ausflug in die Unterwasserwelt von Rapture nicht mit der Originalversion des Spiels, sondern hat sich hierfür die Special Edition für aktuelle Konsolen gekauft, die eine Remastered Edition von Bioshock enthält.

So weit, so gut doch als Reinhard plötzlich über einen Glitch stolperte, der schon im Originalspiel 2010 bekannt war, begann er zu grübeln, inwiefern sich die Idee von Remastered Editions von Videospielen auf die Archäologie übertragen lässt:

I started thinking about what “remastering” means in games, and how that could be interpreted archaeologically. (…) The remastering also appears to have preserved some of the warts in the series. Recall the Simon Wales glitch above. It has been preserved in the remastered version of BioShock 2. But why?

 

Surely enough people reported/logged it that 2k Games would have patched it, but that does not appear to be the case. To 2k/Blind Squirrel Games, “remastering” means remastering, improving the original game so that it plays well on current hardware. Throw in all of the DLC. That’s it. In the BioShock Collection you have the games, all with the original DNA, including the mutations (pun intended) being the glitches. (…) So can we draw an analogue to real-world archaeology. Has anything of the ancient world been “remastered”?

Zum Artikel „The Archaeology of Remastering“

Videospiele im Geschichtsunterricht

“Playing History” heißt das kreative Kollektiv von Michael Geithner und Martin Thiele-Schwez, die sich auf die Entwicklung von Spielen als Lehrmedium für Geschichte spezialisiert haben. Zuletzt veröffentlichten sie das Kartenspiel “Wendepunkte”, das ein spannendes Konzept verfolgt:

Mit WENDEPUNKTE kannst du ein mögliches Leben in der DDR und nach der Wiedervereinigung durchspielen. Du erlebst die Zwänge des Systems, Widersprüche einer möglichen Biografie und du triffst Entscheidungen für deren Folgen du später geradestehen musst. Spielerisch erfährst du die politische Zeitenwende, die 1989 das Leben von Millionen Menschen auf den Kopf stellte.

Daniel Bernsen, Betreiber des Blogs “Medien im Geschichtsunterricht”, hat die beiden Köpfe hinter dem Projekt interviewt und ihnen einige spannende Antworten rund um das Bildungsmedium Videospiel entlocken können.

Zum Interview “10 Fragen an Playing History”

Sklaven und Sklavenhandel in virtuellen Spielwelten

Die Spieleseite “Rock, Paper, Shotgun” stellte sich zwar schon im Januar die Frage, wie in Videospielen Sklaven und Sklaverei dargestellt wird, doch der Text ist so interessant, dass ich ihn trotzdem noch einmal aus dem Archiv zerren wollte.

Die Autorin Amanda Kerri orientiert sich für ihre Fragestellung an einigen besonders wichtigen oder bemerkenswerten Spielen, um exemplarisch aufzuzeigen, wie jeweils Sklaverei dargestellt und in den Spielfluss eingebettet wird.

Game designers long ago realized the best way to deal with the political and cultural consequences of a fascist victory, and the human cost, is to concentrate their efforts on the war itself. No ideology, no symbols, no politics. Just the fighting and the challenge; and it’s worked. No one really complains.

 

It’s when we get beyond explosions and win screens and start dealing with building a civilization, exploring how societies work, and introducing the human factor that dealing with history becomes more complicated, and slavery is a perfect example of that.

Zum Artikel “How historical games integrate or ignore slavery”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s